Kollagen – kurz erklärt
Kollagenpulver zählt zu den am häufigsten eingesetzten Proteinrohstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln. Gleichzeitig bestehen viele Unsicherheiten darüber, wie Kollagen einzuordnen ist, wie sich Kollagenpeptide von klassischen Nahrungsproteinen unterscheiden und was Begriffe wie Kollagen Bioverfügbarkeit oder Kollagewirkung tatsächlich bedeuten. Dieser Ratgeber ordnet Kollagenpulver sachlich ein und erklärt Zusammensetzung, Herstellung, Einnahmeformen und Qualitätsmerkmale.
Was ist Kollagen?
Kollagen ist ein Protein tierischen Ursprungs und eines der mengenmäßig wichtigsten Strukturproteine im menschlichen Körper. Es ist Bestandteil von Bindegewebe, Knochen, Knorpel, Sehnen und Haut. Chemisch besteht Kollagen aus langen Aminosäureketten mit einer charakteristischen Tripelhelix-Struktur.
Typisch ist die besondere Aminosäurezusammensetzung mit sehr hohen Anteilen an Glycin, Prolin und Hydroxyprolin. Diese Aminosäuren sind zentrale Bausteine körpereigener Kollagenstrukturen und kommen in klassischen Nahrungsproteinen meist nur in geringeren Anteilen vor.
Kollagen im menschlichen Körper
Im menschlichen Körper ist Kollagen ein struktureller Hauptbestandteil der extrazellulären Matrix. In der Fachliteratur wird beschrieben, dass Kollagen einen erheblichen Anteil der gesamten körpereigenen Proteinmasse ausmacht.
Der Körper bildet Kollagen selbst aus Aminosäuren. Dafür werden insbesondere Glycin, Prolin und Hydroxyprolin benötigt – genau jene Aminosäuren, die Kollagenpulver in besonders hoher Konzentration liefert.
Was ist Kollagenpulver?
Kollagenpulver besteht aus sogenannten hydrolysierten Kollagenpeptiden. Natürliches Kollagen liegt als sehr großes, stark gefaltetes und nur schwer lösliches Protein vor. Damit es für Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel nutzbar wird, wird es in einem kontrollierten enzymatischen Prozess gezielt gespalten.
Dabei entstehen Kollagenpeptide – kurze Ketten aus miteinander verbundenen Aminosäuren, die als Zwischenstufe zwischen einzelnen Aminosäuren und vollständigen Proteinen gelten.
Durch diese Aufspaltung erhält Kollagenpulver seine typischen technischen Eigenschaften: Die Peptide sind gut wasserlöslich, geschmacksneutral und stabil in der Verarbeitung. Aus diesem Grund wird Kollagenpulver bevorzugt für verschiedene Kollagenprodukte eingesetzt, beispielsweise für Kollagen zum Trinken, Pulverprodukte und Kapseln.
Kollagen Einnahme, Stoffwechsel & Bioverfügbarkeit
Bei der Kollagen-Einnahme gilt grundsätzlich: Kollagenpeptide werden im Verdauungssystem – wie alle Proteine – in Aminosäuren und kurze Peptide zerlegt und in den allgemeinen Proteinstoffwechsel eingebunden.
Kollagen besitzt dabei keinen eigenen Sonderstoffwechselweg. Der Unterschied zu klassischen Nahrungsproteinen liegt nicht in einer „besseren“ Aufnahme, sondern in der Zusammensetzung der gelieferten Aminosäuren.
Kollagenpeptide liefern besonders hohe Mengen an Glycin, Prolin und Hydroxyprolin – also genau jene strukturellen Aminosäuren, die der Körper für die körpereigene Kollagensynthese nutzt. Nahrungsproteine enthalten diese Aminosäuren ebenfalls, jedoch meist in deutlich geringeren Anteilen.
Hat die Molekülgröße Einfluss auf die Bioverfügbarkeit?
Die Kollagen Bioverfügbarkeit wird häufig mit der Molekülgröße der Peptide in Verbindung gebracht. Fachlich korrekt gilt: Die kleinere Molekülgröße hydrolysierter Kollagenpeptide verbessert vor allem technische Eigenschaften wie Löslichkeit, Homogenität und sensorische Neutralität. Biologisch werden jedoch auch klassische Nahrungsproteine vollständig in Aminosäuren und Peptide zerlegt. Die Molekülgröße stellt daher keinen eigenständigen Wirkbeweis, sondern einen technologischen Vorteil dar.
Kollagen Qualitätsmerkmale
Wichtige Kollagen Qualitätsmerkmale sind:
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definierte Peptidgrößenverteilung
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kontrollierte enzymatische Hydrolyse
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gute Löslichkeit
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neutrale Sensorik
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standardisierte Herstellungsverfahren
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dokumentierte Rohstoffherkunft
Markenrohstoffe wie Peptan® stehen exemplarisch für standardisierte Kollagenpeptide mit gleichbleibender Qualität.
Kollagen und vegane Alternativen
Kollagen kommt ausschließlich in tierischen Organismen vor und ist nicht vegan. Produkte, die als vegane Kollagen Alternativen bezeichnet werden, enthalten kein Kollagen und keine Kollagenpeptide. Sie bestehen aus pflanzlichen Proteinen, isolierten Aminosäuren oder Mikronährstoffen und unterscheiden sich chemisch grundlegend von Kollagen Pulver.
Fazit
Kollagen ist ein tierisches Protein mit charakteristischer Struktur und spezifischer Aminosäurezusammensetzung. In Nahrungsergänzungsmitteln wird es häufig in hydrolysierter Form eingesetzt, da diese technisch gut handhabbar ist. Die Molekülgröße beschreibt strukturelle Eigenschaften des Rohstoffs. Kollagen unterscheidet sich sowohl von klassischen Nahrungsproteinen als auch von sogenannten veganen Alternativen durch seine chemische Beschaffenheit.